Tipps für Freiluftsport im Sommer

“In diesem Frühling mache ich Sport”: Wer mit solchen Vorsätzen ins Jahr gestartet ist, sollte nicht zu eisern daran festhalten – oder die Kategorie “Frühling” überdenken. Denn bei 30 Grad und mehr kann Bewegung an der sogenannten frischen Luft auch zum Kollaps führen. Wolfgang Schillings, Sportmediziner am UKE Athleticum, gibt Tipps für das gesunde Mittelmaß.

Die Morgen- und Abendstunden sind klüger als der Tag: Wenn die Sonne mal scheint, sollte man das durchaus nutzen – das tut der Haut und der Psyche gut. Aber wie immer kommt es auf die Dosis an. Wenn es so heiß ist, dass man sich draußen unwohl fühlt, sollte man Bewegung an der frischen Luft eher auf die kühleren Stunden des Tages verschieben.

Vorsicht bei Sport in und auf dem Wasser: Leichte Bewegung in der Sonne, zum Beispiel Paddeln auf der Alster, ist für junge, gesunde Menschen schon okay. Dabei sollte man aber den Kopf vor der Sonne schützen, sonst drohen Übelkeit und Kopfschmerzen bis hin zum Kreislaufkollaps. Das gilt auch beim Schwimmen im Freibad: Subjektiv fühlt man sich im kühlen Wasser vielleicht wunderbar frisch – aber der Kopf bekommt trotzdem die volle Sonnendosis ab (denn so lange können nicht mal Sie tauchen).

Fahrradhelm auf dem Kopf lassen: Auch wenn Sie schwitzen und sich wie ein nasses Brötchen fühlen – wenn es zum Unfall kommen sollte, ist die Verletzung das größere Problem. Fahren Sie also lieber kürzere Strecken, aber mit Helm, idealerweise mit einem, der genug Luft an den Kopf lässt. Oder schieben Sie das Rad, und denken Sie, Sie seien im Urlaub. (Dabei können Sie den Helm sogar abnehmen.)

Die Runde um die Alster verschieben: Sieben Kilometer sind kein Halbmarathon, aber schon eine läuferische Anforderung. Die sollte man bei 30 Grad plus nicht angehen, auch weil die Schweißbildung für die Haut gefährlich werden kann: Sonnencreme – wenn sie überhaupt benutzt wurde – hält auf schwitzender Haut nicht lange, obendrein verstärkt der Feuchtigkeitsfilm die Sonneneinstrahlung. Aber für den Abendlauf gibt es heutzutage ganz hervorragende LED-Kopfleuchten (wenn Sie sie so aufsetzen, dass das Licht nicht SIE blendet, fallen Sie auch nicht in die Alster).

Die eigene Fitness realistisch bedenken: Ein 25-jähriger Triathlet, der schon in anderen Klimazonen Wettkämpfe absolviert hat, steckt die zusätzliche Belastung bei heißem Wetter besser weg und trifft in der Regel auch die richtigen Schutzmaßnahmen, trägt also ein Käppi und trinkt genug. Wer weniger trainiert ist oder ohnehin Kreislaufprobleme hat, sollte sich zurücknehmen, sofern er nicht vorzeitig zum Erblasser werden will.

Kühlen Kopf bewahren – auch bei der Arbeit: Man muss gar nicht mal Sport machen; in nicht klimatisierten Räumen oder draußen können hohe Temperaturen die geistigen Fähigkeiten und die Konzentration durchaus auch so einschränken. Ob es dann sinnvoll ist, den Achtstundentag abzusitzen, ist fraglich. (Wenn Sie es nicht schaffen, Ihren Chef von der Fraglichkeit zu überzeugen, denken Sie einfach daran, dass hohe Temperaturen auch die geistigen Fähigkeiten von Chefs einschränken können.)

Quelle: https://www.zeit.de/hamburg/2018-05/elbvertiefung-31-05-2018

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